B's Blog » 2012 » November

erdelement

Die Erde steht für Stabilität. – Wenn man einen Planeten als stabil bezeichnen will, dessen feste Krusten bei 12.750 km Erde-Durchmesser durchschnittlich nur 25 km dick ist; der sich am Äquator mit 1.670 km/h um die eigene Achse und mit 107.280 km/h um die Sonne bewegt. Erde steht für Sicherheit aber auch für Familienzusammenhalt im weiteren Sinne und äußert sich oft in einer eher unflexiblen und konservativen Geisteshaltung. Erde bedeutet Tradition, Verbundenheit und die Bereitschaft, sich für andere Menschen einzusetzen. Erde symbolisiert die Mitte und im Allgemeinen die Zeit der Reife – im Leben wie im Jahreslauf.

Die Farbe, die mit der Erde verbunden ist, ist Gelb, das Braun und das Ocker.

Insbesondere das Gelb des chinesischen Lösslehmbodens wird mit der Energiequalität des Elements Erde in Verbindung gebracht. Die Gelbfärbung der Haut hingegen wird dem Holzelement zugeschrieben.

Die Jahreszeit, die dem Element Erde entspricht, ist der Spätsommer.

Dieser ist bekanntlich keine eigene Jahreszeit, aber erfahrungsgemäß ist der Indien-Summer eine wirklich besondere
Zeit des Jahres. Es scheint so, als ob in dieser kurzen Zeitspanne die Essenz der anderen vier Jahreszeiten zeitgleich ihre Wirkung entfalten. Dementsprechend sind auch Darstellungen des 5-Elemente-Rades bekannt, die das Element Erde als zentrale Achse in den Mittelpunkt stellen. Der Spätsommer unserer Körpergeistseele ereignet sich inmitten eines großen inneren Wandels. Den gilt es zu beachten, damit uns die Veränderungen nicht in Chaos und Verwirrung stürzen.

Die Himmelsrichtung des Erd-Elements ist das Zentrum.

Gemäß den alten chinesischen Schriften, sind es die beiden Kräfte – Himmel und Erde –, welche die Errichtung und die Vollendung der Natur mit all ihren Erscheinungsformen verursachen. Davon ist die Erde der Mittelpunkt der menschlichen Existenz. Das bedeutet für unsere Gesundheit: wenn wir keine Erde haben, haben wir keine Mitte, keinen Platz, von dem aus wir unser Leben in Einklang mit dem Leben bringen können.

Die Organe, des Elements Erde sind Milz und Magen.

Die klassische Akkupunkturlehre beschreibt Milz und Pankreas (Bauchspeicheldrüse) als Einheit (MP). Als der, für Verteilungslogistik zuständige Beamte trennt und verfeinert das Organsystem die Nahrung und lässt sie in der energetisch richtigen Form den anderen Organen zukommen. Die MP-Energie ist ein wesentlicher Faktor im Körpersystem, indem sie diesen Zusammenhang herstellt.

Der Magen empfängt nach dem Nei Ching die Nahrung und die fünf Geschmäcker, verleibt sie sich ein, macht die darin enthaltene Lebenskraft für uns nutzbar und leitet sie an das MP-System zur Verteilung weiter. Die physischen Bestandteile wandern als Nahrungsbrei in den Dünndarm weiter, die energetischen Bestandteile
dienen den Aufgaben der Milz.
Die Fähigkeit, Nahrung einerseits zu Verrotten und sie zu Reifen (weiter zu entwickeln) ist essentiell. Ist diese Funktion gestört, wird kein Essen uns was nutzen — weder für unser körperliches noch für unser psychisches Wachstum. Teilnahmslosigkeit und Schwäche können als Symptome auftreten.
Die Fähigkeit, Dinge und Situationen zu verdauen, sie in uns aufzunehmen, zu integrieren hängt an der Energie des Magenmeridians.

Die Tageszeit für die Erde ist von 7 bis 11 Uhr.

Die aktivste Zeit des Magenmeridians ist von 7 – 9 h. Der Magen-Meridian wirkt als Lebenskraft, die nicht strukturiert ist. Die Volksmedizin berichtet vom Frühstück, als der wichtigsten Mahlzeit des Tages. Diese aufstrebende Kraft entscheidet darüber, wie wir diesen Tag beenden werden. (da Silva).
Die Hauptzeit des Milzmeridians ist von 9 – 11h. Selbstkontrolle und Offenheit gehören zu ihren Prinzipien. Die physische Aufgabe der Milzenergie ist es, für eine effektive Verteilung der Nahrungsenergie zu sorgen.

Der Geschmack der der Erde entspricht ist süß.

Jeder Geschmack hat eine spezifische Wirkung auf die Energie. Eine ausgewogene Mischung der Geschmacksrichtungen führt uns zu einer ausgewogenen Ernährung. Zuviel von einem Geschmack
kann schädlich sein. Im Nei Ching steht: „Wird zu viel süßer Geschmack in den Nahrungsmitteln verwendet, schmerzen die Knochen und das Kopfhaar fällt aus.“ Der Magen gilt als Speicher und Spender der fünf Geschmacksrichtungen, obwohl ihm selbst als Teil des Erd-Elements der süße Geschmack zugeordnet ist.
Die Körperöffnung, die vom Element Erde bestimmt wird, ist der Mund.
Durch den Mund gelangt Nahrung in unseren Körper. Wir atmen (auch) durch den Mund und Atem ist Nahrung. Atem, Trinken und Essen sind die Kraftstoffe unseres Daseins, aus der wir unsere Lebenskraft entwickeln. Der Hals ist als Verlängerung des Mundes ebenfalls Teil des Erd-Elements und alle Symptome, die sich dort zeigen, haben ihre Ursachen in einer unausgewogenen Erd-Energie.

Die Körperflüssigkeit, die dem Element Erde entspricht, ist der Speichel.

Speichel wird im Mund von den kleinen Speicheldrüsen der Mundschleimhaut und den großen Drüsen (Ohr, Unterkiefer- und Unterzungenspeicheldrüse) erzeugt. Pro Tag produziert der erwachsene Mensch etwa 0,6 bis 1,5 Liter Speichel, je nach Nahrungsaufnahme. Der Mundspeichel des Menschen befeuchtet zunächst die Mundhöhle, was das Schlucken, Sprechen und Schmecken erst möglich macht und auch das Riechen beeinflusst.

Weiterhin hat der Speichel durch enthaltene Stoffe wie Lysozym, Immunglobulin A, Laktoferrin und Histatin antibakterielle Wirkung. Mundspeichel schließt die Nahrung bereits beim Kauen auf und erleichtert so die Verdauung. Mangelnder Speichel kann sich auch negativ auf die Zahngesundheit auswirken. Durch die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) wird dem Magen weiteres Verdauungssekret zugeführt.

Das Gefühl der Erde ist Sympathie.

Mit diesem Gefühl ist auch Mitgefühl gemeint. Wenn ein Mensch zwanghaft nach Anteilnahme sucht, sogar so weit kommen, dass er leidet, damit jemand Mitleid mit ihm hat, zeigt das auf eine blockierte Energie im Erd-Element. Ebenso, wenn Sympathie so weit geht, dass sie zur Unterwürfigkeit führt. Im balancierten Zustand kann sich der Mensch, wie bei jedem Gefühl, leicht ins Gefühl hinein bewegen und sich auch leicht wieder davon lösen.

Der stimmhafte Ausdruck, der dem Element Erde entspricht, ist das Singen.

Das meint hier, den verbalen Ausdruck eines Menschen auf melodische, leiernde, summende, eintönige etc. Auffälligkeiten zu überprüfen und einen Zusammenhang mit dem Energiestatus des Elements herzustellen. Nicht jede Opern-Diva hat ein gestörtes Erd-Element!

Die äußere, körperliche Ausdrucksform des Elements Erde ist das Fleisch.

Die Spannkraft, der Gewebezustand sowie die Temperatur des Fleisches sind diagnostische Anhaltspunkte für den Zustand der Energie im Element Erde. Schwund des Fleisches, keine Kraft und keine Verarbeitung von Nahrung kann als Unausgewogenheit in diesem Element gedeutet werden.

Die Fähigkeit, welche die Erde verleiht, ist die Fähigkeit aufzustoßen.

Diese Entsprechung wird auch übersetzt als die Fähigkeit, hartnäckig zu sein – vom hartnäckigen Festhalten an einer Idee bis hin zu der Stärke, seine Position auch im Streit aufrechterhalten zu können.

Der Geruch, der mit dem Element Erde verbunden wird, ist wohlriechend.

Wohlriechend ist hier als nicht angenehm riechend gemeint. Gesunde Erde ist wohlriechend, obwohl sich dieser Geruch nicht durch eine Kombination von anderen Gerüchen beschreiben lässt, bemerken wir den Unterschied.

Der Lebensaspekt, des Elements Erde ist verbunden mit Vorstellungen und Meinungen.

Gedanken, Ideen, Einsichten, sowie die Verbundenheit mit unseren eigenen Ansichten und Denkprozessen. Im nicht balancierten Element sind Zwangsvorstellungen, Dogmen, Widerspenstigkeit Rechthaberei, sowie die die Unfähigkeit Gedanken zu Ende zu führen, die uns auf die Spur des Erdelements bringen.

Das Klima, das mit dem Element Erde verbunden wird, ist die Feuchtigkeit.

Übermäßige Feuchtigkeit kann die Energie des Erdelements in Ungleichgewicht bringen. Trockenheit beraubt sie ihrer fruchtbaren Schaffenskraft. Die Pflege des Garten ist eine Metapher des eigenen Lebens.

Das Trigram der I Ging Familie, welches die Erde symbolisiert

hex-2-kunist (Nr. 2) Kun, das Empfangene. Das Zeichen besteht aus lauter geteilten Linien. Die geteilte Linie entspricht der schattigen, weichen, rezeptiven Urkraft des Yin. Die Eigenschaft des Zeichens ist die Hingebung, sein Bild ist die Erde. Es ist das vollkommene Gegenstück zu dem Schöpferischen, das Gegenstück, nicht der Gegensatz ist.

Die beiden I Ging Zeichen, welche die Erde symbolisieren,

sind gemäß ihren Organ-Entsprechungen:
Magenmeridian (Nr. 43) Guai, der Durchbruch
und
Milzmeridian (Nr.1) Kiën, das Schöpferische.