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Das Feuer-Element

Das Feuerelement

Wir haben das Feuerelement erreicht und hier ist erstmal Schuss mit lustig. Aus dem Wasserelement geboren und im Holzelement gewachsen sehen wir nun einer echten Feuerprobe entgegen. Was bisher leicht und locker war, bekommt Anspruch und wird mit unter mühsam. Es zeigt sich recht schnell, ob das Konzept, das wir uns als Hilfskonstrukt unseres Leben gebastelt haben, hält oder generalüberholt werden muss, um uns weiter zu tragen. Während wir im Holzelement an unserer Überlebensfähigkeit gearbeitet haben, geht es im Feuerelement um unsere Beziehungsfähigkeit. 80% der Liebesbeziehungen scheitern in dieser Phase. Wir machen es uns einfach und suchen einen neuen Partner. Burn-out ist die Diagnose unseres rastlosen Lebens.

Die Farbe, die mit dem Feuer verbunden ist, ist Rot.

Das Aussehen eines Gesichts hängt von ethnischer Abstammung und klimatischen Bedingungen ab. Eine Unausgeglichenheit in diesem Element wird sich dort als eine rötliche Färbung zeigen, die links und rechts unterschiedliche Ausprägung haben kann.
Auch das völlige fehlen der roten Farbtöne, aschfahl, ist von diagnostischer Bedeutung. Generell erkennt man ein gesundes Gesicht an seinem Glanz und seiner Feuchtigkeit.

Die Jahreszeit, die dem Feuer entspricht, ist der Sommer.

Was in der Natur im Sommer geschieht, erfährt auch der Mensch. Die Blüten bringen im Verlauf Ihres Reifungsprozesses Früchte hervor, die Dinge erreichen ihre Erfüllung. Die Erde ist voll von Überfluss, Leben und Wärme. Der gleiche Prozess der Erfüllung und Reifung findet nach den Vorstellungen der TCM in unseren Gedanken und Erfahrungen, im Körper und den Gefühlen statt. Was geschieht, wenn es keine Blüte gibt oder die Frucht nicht wächst?
Ein Mensch könnte folgende Symptome entwickeln: er wird unfähig, zu Ende zu führen, was immer er begonnen hat, er hat ein allgemeines Unwohlsein, aus dem heraus er nichts zu Wege bringt.

Die Organe des Elementes Feuer sind Herz und Dünndarm.

Neben diesen gibt es noch zwei Funktionen, Kreislauf-Sexus und der Dreifache-Erwärmer (3-E), die unter das Feuerelement fallen.

„Das Herz ist wie der Minister des Herrschers, er zeichnet sich durch Einblick und Verständnis aus“. (Nei Ching) Vom Herzen geht ein richtungweisender Einfluss und klare Einsicht für unser Leben aus. Als oberster Leiter wird das Herz in der TCM selten direkt behandelt.

„Der Dünndarm ist wie ein Beamter, dem Reichtümer anvertraut werden, er erzeugt Veränderungen der körperlichen Substanz.“ (Nei Ching)
Der Dünndarm wird als Sortierer oder Scheider von Reinem und Unreinem beschrieben. Dies geschieht beim Essen, wie auch auf allen Ebenen unserer Erfahrung. Es wird ständig aussortiert: der Nährwert wird behalten und der Abfall wird dorthin weitergeleitet, wo er wieder entfernt werden kann. Entscheidungen (Gallenblase) sind schwierig und frustrierend, wenn der Sortierer nicht angemessen arbeitet und die Information daher nicht eindeutig ist.

Die Funktion Kreislauf-Sexus hat keine herkömmliche Organstruktur und wird mit dem Herzbeutel (Perikard) in Verbindung gebracht. Sie ist der abhängige Gesandte, der die Freuden und Vergnügungen seiner Untertanen lenkt und er ist der Beschützer des Herzens. Die Vitalität, die Ernährung des Blutes und anderer Körpersäfte sowie der Puls des Lebens wird mit dem Kreislauf-Sexus assoziiert.

Der Dreifache-Erwärmer ist das Heizungssystem der Körpergeistseele. Er beschützt alle anderen Organe und regelt die Wärme im gesamten Organismus. Dabei unterscheidet die TCM 3 Brenn-Räume (Chou), die bestimmte innere Organe umfassen.

  • Herz und Lungen werden dem oberen Chou;
  • Magen, Milz Gallenblase, Leber und Dünndarm dem mittleren Chou;
  • Dickdarm, Blase und Nieren dem unteren Chou zugeordnet.

Diese Zuschreibung zeigt auch die Verbindung von Atmung, Verdauung und Ausscheidung im Dreifachen-Erwärmer. Weil der Dreifache-Erwärmer mit allen Organen verbunden ist, sollte man immer, wenn die Energie irgendeines Organs in Unordnung ist, zunächst prüfen wie stark und klar die Energie des 3-E ist.

Die Tageszeiten die mit dem Feuer verbunden sind:

Für das Feuer gibt es zwei Zeiten am Tag:

  • Das Herz hat seinen aktivsten Punkt in der Zeit zwischen 11 und 13 Uhr,
  • der Dünndarm in Anschluss daran von 13 bis 15 Uhr.
  • Die Zeit von Kreislauf-Sexus ist von 19 bis 21 Uhr gefolgt vom
  • Dreifachen-Erwärmer 21 bis 23 Uhr.

 Seine Himmelsrichtung ist der Süden.

„Nahrung und Wachstum kommen aus dem Süden.“ (Nei Ching)
und bestimmte Krankheiten, wie taube Glieder und verspannte Muskeln stehen damit in Verbindung.

Der Geschmack, der dem Feuer entspricht ist bitter.

Der bittere Geschmack hat eine stärkende Wirkung. Die Assoziation des Bitteren mit dem Feuer rührt von dem Abkochen der Heilpflanzen her. Eine andere Entsprechung wäre auch in Gewürzen gegeben. Grünes Blattgemüse, Tee, Kaffee, Schokolade, sowie alles Gegrillte oder Angebrannte ist bitter.
Dieser Geschmack muss in den Speiseplan integriert werden, um die dominierenderen Geschmacksrichtungen auszubalancieren.

Die Körperöffnungen des Feuers sind die Ohren.

„Rot ist die Farbe des Südens, sie durchdringt das Herz und legt die Ohren offen“. (Nei Ching)
Über das Hören entdecken wir die Töne der Welt um uns herum. In Entsprechung zum Dünndarm sortieren die Ohren diese Töne und filtern daraus Worte, Musik und Alarme. Höranomalien, Ohrenschmerzen, Ohrenklingen, Taubheit in verschiedensten Formen haben ihre Ursache in einem unausgeglichenen Feuerelement.

Das Sinnesorgan des Feuers ist die Zunge.

Das Herz regiert die Zunge im Akt des Sprechens. Was immer ausgesprochen wird geht zuerst durch unser eigenes Herz. Über die Sprache bringen wir der Welt um uns zum Ausdruck, wer wir sind. Hören und Sprechen sind somit eingebettet in das Feuerelement, welches unsere Beziehungen am meisten bestimmt.
Sprachfehler, wie Stottern oder undeutliches sprechen können ihre Ursache im Feuer-Ungleichgewicht haben. Das Aussehen der Zunge gibt Aufschluss über den Zustand des Feuerelementes, wie auch andere Organe ihre Entsprechung in unterschiedlichen Bereichen der Zunge haben. Sie wird in der chinesischen Medizin gerne als zentrales Instrument zur Erstdiagnose herangezogen.

Die Körperflüssigkeit, des Feuers ist der Schweiß.

Wie in anderen Gesundheitstraditionen auch, nimmt man in der TCM an, Schwitzen sei eine Entlastung, die der Körpergeistseele die Möglichkeit gibt, sich durch und durch zu reinigen. Schweiß ist dem zentralen Lenker (Feuer, Herz), zugeordnet, der Schweiß selber kann seine Ursache aber in allen Organen haben.
Wenn jemand erschrocken und damit seine Lebenskraft verletzt ist, wird Schweiß vom Herzen erzeugt. Wenn jemand schwere Lasten trägt, wird Schweiß von den Nieren erzeugt und wenn er voll Furcht ist, von der Leber, usw.

Die Gefühle, des Feuers sind Freude und Glück.

Die alten Weisen lebten so, dass „…sie in ihren Vergnügungen und Freuden würdevoll und gelassen waren. Sie folgten ihren eigenen Wünschen, und sie richteten ihren Willen und ihren Ehrgeiz niemals auf die Verfolgung eines Ziels, das ohne Bedeutung war.“ (Nei Ching)
Zu viel Freude schadet genau so wie zu viel Wut. Der Wunsch nach ewigem Glück ist unerfüllbar. Wer es ohne Maß in der Arbeit oder im Spiel sucht, kann zu viel Druck auf das Feuerelement ausüben, was sich im Blutdruck äußert. Wenn trotz erhöhter Anstrengung das Ziel unerreichbar bleibt, kommt es zur Frustration und damit zu einem tatsächlichen Mangel an Freude. Eine Unausgeglichenheit in den Gefühlen des Feuers kreist fast immer um zwischenmenschliche Beziehungen.

Der stimmhafte Ausdruck, der dem Feuer entspricht, ist Lachen.

Lachen heilt 1000 Krankheiten, sagt man. Er ist ein subtiler, manchmal offen hervortretender Unterton in der Stimme eines Menschen, dessen Feuerelement ausgeglichen ist. Ein Mensch, der nicht, und schon gar nicht über sich selbst, lachen kann, ist uns zutiefst unheimlich; der endlose Witze Erzähler ist unglaubwürdig.

 Die Körperteile, die vom Feuer regiert werden, sind die Blutgefäße.

Dort zeigt sich der Puls aller Organe. Der Blutkreislauf nährt den ganzen Organismus. Störungen wirken sich immer auf die gesamte Lebensenergie aus.

Die äußere körperliche Ausdrucksform des Feuers ist die Gesichtsfarbe.

Die Art des Gesichts-Gewebes, sein Charakter und seine Hautbeschaffenheit geben Anhaltspunkte für den energetischen Zustand des Feuerelements.

Die Fähigkeit, die das Feuer verleiht, ist die Fähigkeit zu Trauer und Schmerz.

Diese Kraft ist als Ausgleich an Freude und Glück gebunden in Zeiten der Aufregung und des Wandels. Sie hilft, traurige und schmerzliche Umstände als Teil des Lebens und seiner Endlichkeit zu akzeptieren als ein Akt der Bewusstwerdung.

Das Klima, das mit dem Feuer verbunden ist, ist die Hitze.

Hitze ist eine äußere Kraft, mit der wir kämpfen müssen, damit sie der Körperseele nicht schadet. Der Südwind in der TCM entsteht im Sommer, seine Krankheit wird im Herzen lokalisiert, er führt zu Störungen in der Brust und in den Rippen. Dies äußert sich in jähen Schmerzen, einer roten Gesichtsfarbe, gefährlichen Erbrechen und einem Mangel an Schweiß.

 Das Trigram, welches das Feuer symbolisiert ist Li, das Haftende.

Es bezeichnet die mittlere Tochter und spielt in der inneren Alchemie des Tao eine entscheidende Rolle. Li ist Klarheit, ohne Illusion, Erleuchtung, Erscheinung.

Die I-Ging Zeichen, welche das Feuer symbolisieren, sind:

gemäß ihren Entsprechungen: Nr. 44 Gou – das Entgegen- kommen (Herz), und Nr. 33 Dun – der Rückzug (Dünndarm), was auf den ersten Blick widersprüchlicher nicht sein könnte. Dennoch sind sie wie Freude/Glück und Trauer/Schmerz wiederum nur die 2 Seiten derselben Medaille.

Des weiten Bo – die Zersplitterung (Nr. 23) für Kreislauf-Sexus und (Nr. 2) Kun, das Empfangende (3-E). Selbstliebe und universelle Liebe stehen sich hier in Harmonie gegenüber – die Synthese eines erfüllten Lebens.